Versicherungsrecht

Gehen Sie drei Monate, nachdem Sie den Schaden beim Versicherer angezeigt haben, zum Anwalt.

 
Der (eigene) Versicherer hat nach der Rechtsprechung nach Vorlage der erforderlichen Informationen eine Prüfungsfrist von ca. zwei Wochen. Außerdem hat er eine sogenannte Beschleunigungspflicht, d. h sämtliche Informationen (z.B. Gutachten, Akteneinsicht, ärztliche Befundberichte, weitere Schadensunterlagen, Zeugenaussagen, etc.) rechtzeitig einzuholen. Oftmals gerät er so nach ca. drei Monaten aufgrund der Rechtsprechung automatisch in Verzug. Mitunter ist die Zeit, welche dem Versicherer nur zur Verfügung steht, auch in den Versicherungsbedingungen des Vertrages geregelt. Der Versicherungsnehmer hat einen Anspruch auf eine Regulierungsentscheidung des Versicherers innerhalb der vorgenannten Frist. Diese ist wie gesagt in den meisten Fällen nach ca. drei Monaten abgelaufen. Dem Versicherer hilft es insoweit auch nicht weiter, wenn er dem Versicherungsnehmer schreibt, er müsse noch weitere Ermittlungen anstellen, etc..

 
Sobald der Versicherer in Verzug gerät, tritt der Rechtsschutzfall ein, welcher in der Rechtsschutzversicherung vorgesehen ist (§ 2d) ARB). Falls Ihr Rechtsschutzversicherer behauptet, der Versicherer müsse erst noch ablehnen, damit ein Rechtsschutzfall entstünde, gehen Sie bitte sofort zum Anwalt, damit dieser rechtlich überprüfen kann, ob der Versicherer im konkreten Einzelfall auch ohne eine ablehnende Erklärung schon im Verzug ist, weil er sich mit der Prüfung seiner Eintrittspflicht zu viel Zeit gelassen hat, vgl. oben. Sofern dies der Fall ist (ist häufig der Fall), wird der Anwalt dieses Ihrem Rechtsschutzversicherer schreiben und so eine Kostendeckungszusage erlangen. Dies beschleunigt die Regulierung Ihres Versicherungsschadens erheblich.

 
Im Übrigen laufen im Versicherungsrecht häufig Ausschlussfristen, welche kürzer sind als die gesetzliche Verjährungsfrist. Auch damit diese rechtzeitig erkannt werden, ist es besser, wenn Sie frühzeitig zum Anwalt gehen und nicht die endgültige Regulierungsentscheidung Ihres Versicherers lange abwarten.

 
Lassen Sie eine Regulierungsentscheidung Ihres Versicherers in jedem Falle anwaltlich überprüfen und nicht durch den Versicherungsvertreter oder Versicherungsmakler! 

Nicht selten wird Ihre Leistung zu Unrecht gekürzt, ohne dass Sie es merken. So beruft sich Ihr Versicherer vielleicht auf Leistungsfreiheit oder Leistungskürzung, weil eine Obliegenheitsverletzung vorläge mit der vorgenannten Folge. Nicht jede Obliegenheitsverletzung führt indes sogleich zum Recht der Leistungsfreiheit oder Leistungskürzung des Versicherers. Hierüber werden Sie natürlich in dem Regulierungsschreiben nicht aufgeklärt. Auch klärt der Versicherer nicht darüber auf, dass er selbst beweispflichtig für den Tatbestand der Obliegenheitsverletzung und deren Erheblichkeit ist. Darüber hinaus muss eine Obliegenheitsverletzung schon ein erhebliches Gewicht haben, was ebenfalls nicht thematisiert wird.  


Nehmen Sie keine "Kulanzen" an, sondern lassen Sie die Regulierungsentscheidung Ihres Versicherers durch einen Anwalt überprüfen. Dieser ist im Übrigen unabhängig. Auch sind gerade im Versicherungsrecht umfangreiche Rechtskenntnisse, insbesondere auch hinsichtlich der Rechtsprechung, erforderlich. Nur ein Anwalt kann Ihnen diese Gewähr bieten.  
Versuchen Sie es nicht erst über den Schadenregulierer der Versicherung(dieser ist nicht Ihr "Freund"), sondern schalten Sie schon vorher einen Anwalt ein.

 
Sicherlich ist es für den Versicherungsnehmer verlockend, eine kurzfristige und auf den ersten Blick zufriedenstellende Lösung mit einem Schadenregulierer zustandezubringen. Hierbei darf aber nicht vergessen werden, dass der Schadenregulierer letztendlich die Interessen des Versicherers vertritt und nicht die Interessen des Versicherungsnehmers. Aus diesem Grunde führe ich übrigens selbst keinerlei Korrespondenz mit Schadenregulierern, sondern ausschließlich mit dem Schadenbüro (Rechtsabteilung) des Versicherers. 

 

 

                               

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