Allgemeine Verhaltenstipps 

5. Allgemeine Verhaltenstipps im Rechtsfall  


"Schnellschüsse" schaden!

 
Also bitte nichts voreilig unterschreiben und auch nicht voreilig "ja" sagen (Verträge z.B. Verzichtserklärungen oder Anerkenntniserklärungen sind grundsätzlich auch in mündlicher Form wirksam zustandegekommen).

 
Einmal gemachte Fehler (sei es von Ihnen oder von Bekannten, die Ihnen helfen wollen) sind meistens nicht wieder gutzumachen. Daher sprechen Sie am besten möglichst frühzeitig mit einem Anwalt über Ihr Rechtsproblem.  


Versuchen Sie nicht, über das Internet die Rechtslage zu klären. Zum einen muss man dort häufig Dinge lesen, welche schlichtweg nicht stimmen. Auch werben Online -Anwälte aufreißerisch mit irgendwelchen sensationellen Rechtsmeinungen oder Urteilen, welche überzogen dargestellt werden und für Ihren Rechtsfall keine Bedeutung haben. Online-Anwälte werden in aller Regel ein Interesse daran haben, möglichst viele Mandate zu akquirieren. Da die räumliche Entfernung zum Mandanten in der Regel groß ist, dürfte die Motivation des Online-Anwalts, den Mandanten langfristig an sich zu binden, nicht so stark ausgeprägt sein wie bei einem Anwalt vor Ort. Ein Anwalt, der seine Mandanten langfristig an sich binden möchte, legt erhöhten Wert auf die Qualität seiner Beratung, bzw. seiner anwaltlichen Tätigkeit für den Mandanten.  


Meines Erachtens müssen auch die Anwaltshotlines der Rechtsschutzversicherer kritisch gesehen werden. Auch hier besteht eine große räumliche Entfernung zwischen dem am Telefon beratenden Anwalt und dem Mandanten. Es fragt sich natürlich auch, wem die Anwaltshotlines wirklich nützen. Nützen sie den Rechtssuchenden oder dem Rechtsschutzversicherer, der hierdurch Anwaltskosten spart?

 
Denken Sie einmal darüber nach.


Fest steht jedenfalls eines: Wenn Sie schon für Ihren Rechtsschutzvertrag regelmäßig die Prämie bezahlen, dann haben Sie auch ein Recht darauf, dass sich ein Anwalt vor Ort intensiv mit Ihrem Fall auseinandersetzt (so steht es auch in Ihrem Rechtsschutzvertrag.). Hierzu gehört im Übrigen auch, dass der Anwalt Ihre Unterlagen einsieht und weitere Unterlagen, die er noch benötigt, von Ihnen abfordert. Ich glaube nicht, dass das am Telefon so gut funktioniert.  

Wie gesagt, helfen "Schnellschüsse" nicht, vgl. oben. Es besteht daher meines Erachtens kein vernünftiger Grund dafür, sich mal eben schnell am Telefon rechtlich beraten zu lassen. 

 

Auch die Mediatortarife der Rechtsschutzversicherer sehe ich kritisch.

 

Zum einen kennen Sie Ihre rechtlichen Chancen nicht, wenn Sie vor dem Mediator verhandeln. Somit haben Sie keine vernünftige Verhandlungsgrundlage.

 

Außerdem können kurze Ausschlussfristen (Tages- oder Wochenfristen) während des Mediationsverfahrens ablaufen und zum Anspruchsuntergang führen.

 

Schließlich können Sie sich durch ein Mediationsverfahren die spätere Anspruchsdurchsetzung verbauen.

 

Wenn vor dem Mediator keine Einigung zustande kommt, wird die Sache später vor Gericht ausgetragen. Dann kann Ihnen das, was Sie beim Mediator gesagt haben, auf die Füße fallen, insbesondere wenn dieser Ihre Aussagen unrichtig oder missverständlich protokolliert hat (kommt häufig vor).

 

Ferner wirkt es sich für ein späteres eventuelles Gerichtsverfahren negativ aus, dass man sich beim Mediator schon in die Karten sehen ließ.

 

Von den Mediationsverfahren profiert in erster Linie der Rechtsschutzversicherer. Bei jeder Einigung vor dem Mediator, egal, ob diese günstig oder ungünstig für den Versicherungsnehmer ausgefallen ist, spart er erhebliche Kosten, weil das Mediationsverfahren selbst nicht kostenintensiv ist.

 

 

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